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Sprietsegel

Sprietsegel vom 'Humber-Goldduster'

Von der Smak zur Smackyacht
 

die holländische Smak

die holländische Smak

 

Den Ursprüngen des Begriffs „Smack“ kann man sich von zwei Seiten nähern: vom Schiffbaulichen und von der Modernisierung der Segelformen während der Blütezeit der Handelsmacht Amsterdam. Beginnen wir Mitte des 16.Jahrhunderts in den Niederlanden. Im Zusammenhang mit der Entdeckung neuer Handelsrouten war eine Epoche des technischen Fortschritts bei Instrumenten zur Navigation und vor allem im Schiffsbau angebrochen. Als Folge von raschen Entwicklungen im Kanalbau und der Landgewinnung entstanden zahlreiche neue, kleinere Schiffstypen zum Transport der Waren auf den Wasserwegen. Eine dieser Neuerungen war das Sprietsegel, das es kleineren Schiffen ermöglichte, besser als mit den weit verbreiteten Rahsegeln gegen den Wind anzukreuzen. In Holland und bald in ganz Nordeuropa wurde das Sprietsegel auch als Smaksegel (auch Schmack- oder Smakkesegel) bekannt. Man kann vermuten, dass „smak“ in der Bezeichnung eines Riggs bald allgemein für „modern“, nämlich schratgetakelt stand (die Segel stehen in der Längsrichtung zum Schiff). So wurde auch das Gaffelsegel „smak“, und die neu entstandene kuttergetakelte, verkleinerte Tjalk zur Smak. Dieser Schiffstyp war in den Niederlanden außerordentlich erfolgreich und später an allen Küsten der Nord- und Ostsee anzutreffen.

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die englische Hoy

  eine frühe Smack (ca. 1780)

eine frühe Smack mit Deck

die englische Hoy

Neuerungen bei kleinen Schiffen

Nun wäre es aber falsch, die niederländische Smak als Vorläufer der heutigen Smack zu sehen, dazu sind die Schiffsformen einfach zu verschieden. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass eine Erfindung zur selben Zeit an zwei verschiedenen Orten stattfindet - wie häufig in der Technikgeschichte - und dass sich das Sprietsegel in Holland und in England unabhängig voneinander zum Gaffelrigg entwickelte. Tatsächlich fand in dieser Periode in ganz Europa eine entscheidende Veränderung im Schiffsbau statt. Während bis zum Ende des 16.Jahrhunderts nur größere Kriegs- und Handelsschiffe gedeckt waren - oft mit mehreren Decks - waren kleinere Schiffe meist offene, ungedeckte Schiffe, wie die Zubringer der Marine, die Fischerei- und Walfängerboote (die Dorys). Als aufgrund des wachsenden Handels immer mehr Schiffe von zehn bis dreißig Metern Länge gebaut und in den Küstengewässern gesegelt wurden, war es für ihre Seetüchtigkeit notwendig, diese gegen Wasser von oben durch ein Deck zu schützen. In Holland hatten diese Schiffe Seitenschwerter und hießen Bojer, Fleute, Kuff, Huker, Galiot oder Smak; in England war ein verwandter Typ ohne Seitenschwerter die Hoy.

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Smacks und Bawleys

Smack Peace von Douglas Stone (1909)

  Segelriss des typischen Bawley

Segelriss des typischen Bawley

Smack Peace von Douglas Stone (1909)

Rund um Englands Küsten wurden damals alle schratgetakelten, kleineren Boote als Smack bezeichnet. Erst um die Mitte des 18.Jahrhunderts fanden für diese Schiffe regionale Bezeichnungen wie Doble, Hatch oder Peter Boat, Scoot, Sloop, Cutter, Shrimper, Trawler, usw. Eingang in die Umgangssprache. Nur im Gebiet der Themsemündung bis ungefähr in die Gegend von Boston behielt man den Begriff „Smack“ für ein scharf geschnittenes, kuttergetakeltes Fischereiboot bei. Allgemein gelten die frühen Fischerei-Smacks und die Smacks des 18.Jahrhunderts als verwandte Fahrzeuge, da sich beide in Bauweise und Rumpfform sehr ähnlich waren. Eine Variante dieses Schiffstyps ist die Bawley, deren Bezeichnung wohl von dem Boiler an Bord herrührt, der zum „bawlen“ (Essex-Slang für „to boil“) der Shrimps gleich nach dem Fang benutzt wurde. Mit ihrer völligen, geklinkerten Rumpfform und dem baumlosen Gaffelrigg erinnert sie noch deutlich an die Hoy, ihrem Vorläufer.

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Smack CK86

  der 'scharfe' Kutter

der 'scharfe' Kutter

Smack CK86

Vom Kutter zur Smackyacht

Erst im Laufe des 19.Jahrhunderts wurde der Begriff ‘Kutter’ zum Synonym für eine sehr schmale, tief gehende und übertakelte Yacht mit senkrechtem Steven und einem Yachtheck, die im Seegang sehr nass segelte, aber ausreichend gerefft gegen fast jedes Wetter ankreuzen konnte, vorausgesetzt die Besatzung hielt durch und schaffte es an Bord zu bleiben. Noch heute wird dieser überzüchtete Typ meist mit dem englischen Kutter gleichgesetzt. Das ist aber falsch. Ausgemusterte Lotsenkutter oder Austernsmacks wurden mit reduzierter Segelfläche oft zu brauchbaren, seetüchtigen Fahrtenyachten. Ein gaffel-getakelter Kutter zum Fahrtensegeln sollte eine ausgeglichene Rumpfform mit einem nicht zu kurzen Kiel haben. Der Vorfuß sollte nicht allzu stark beschnitten sein, damit das Schiff beim Wenden zwar gut durch den Wind dreht, aber im Seegang Kurs hält, ohne dass der Rudergänger sich allzusehr abmühen muß.

 

Segelriss von Betty CK145

Segelriss von Betty CK145

 

die Colchester Smack

   

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