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BETTY CK145 - Dokument

Der Bruch des Klüverbaums in Rostock im August 2005 und die Klärung

11.08.05 Kurz vor Mitternacht fährt Herr Dieter Räbiger im Rostocker Hedgerhafen mit seinem Schiff "Biber 3" bei einem Anlegemanöver praktisch ungebremst in mein Schiff "Betty CK145", das zu diesem Zeitpunkt am Kai in zweiter Reihe neben der "Cantare Libre" vertäut liegt. Seinen Angaben zufolge war die Kupplung zum Rückwärtsgang ausgefallen. Ich befand mich nicht an Bord. Der Schaden an "Betty CK145": Klüverbaum und Topmast abgebrochen und 5 Schanzkleidstützen an Steuerbord in Deckshöhe abgeknickt. Herr Räbiger gibt mir die Adresse seiner Haftpflichtversicherung - Generali Versicherung AG in München und verspricht diese sowie eine Werft im Barth am nächsten Morgen zu unterrichten. Zeuge: Herr Wolfgang Kalensee hat den ganzen Vorgang von einem anderen Schiff aus beobachtet.

12.08. Am Morgen sind der Werftbetreiber Niels Rammin und Herr Christian Range, der von der Generali Versicherung AG bestellte Schachverständige, an Bord und nehmen den Schaden auf. Dabei entdecken sie die Schäden an den Schanzkleidstützen und im Vorschiffsbereich. Später befragt Herr Range Herrn Räbiger auf dessen Schiff über den Unfallhergang und informiert ihn über seine Schadensfeststellung. Jetzt und während der nächsten Tage in Rostock findet durch Herrn Räbiger keine Besichtigung der Schäden an Bord von "Betty" statt. Zwei Tage später verhole ich "Betty" zur Werft Rammin in Barth.

16.08. Nach einer erneuten Besichtigung des Schiffes durch den Sachverständigen in Barth schreibt Herr Rammin ein Angebot für die Reparatur der Schäden über die Gesamtsumme von € 11.500, das er an mich und an die Versicherung schickt. Ich telefoniere mit Herrn Spill, dem Vertreter der Generali Versicherung AG in Hamburg wegen meines Falles mit der über eine mögliche Beteiligung an meinen Fahrtkosten von und nach Barth, was er ablehnt.

23.08. Nach ein paar Tagen versuche ich Herrn Spill zu erreichen, der aber im Urlaub ist. Seine Vertretung, Herr Petersen, der das Angebot der Werft vorliegen hat, sagt mir zu, mich in ein paar Tagen über die Entscheidung wegen der Kostenübernahme durch die Versicherung zu informieren. Einerseits wollte ich den Auftrag nicht vor einer Kostenübernahmeerklärung der Versicherung erteilen, andererseits war und ist Eile geboten, da das Schiff noch vor den Herbststürmen zurück nach Hamburg gebracht werden muß.

25.08. In einem Telefonat informiert mich Herr Petersen, dass die Generali Versicherung AG die Kosten vollständig übernehmen wird. Daraufhin erteilte ich Herrn Rammin den Auftrag die Reparatur der Schäden durchzuführen. Wären zu diesem Zeitpunkt offene Fragen gewesen, hätte ich den Auftrag bis zu deren Klärung nicht erteilt.

02.09. Über das Wochenende fahre ich nach Barth um das Schiff für die Reparaturarbeiten klar zu machen, da die Werft damit beginnen will.

22.09. Ich erhalte einen Anruf von Herrn Range, in dem er mir mitteilt, dass er von Herrn Spill im Zuammenhang mit einem von Herrn Rädiger berichteten angeblichen Zusammenstoßes von "Betty" im letzten Jahr in Franreich befragt worden sei. Ich informiere ihn über die tatsächlich passierte Grundberührung und gebe ihm alle relevanten Informationen im Zusammenhang mit diesem Unfall. Im Gespräch erzählt Herr Range, dass er Zweifel an Herrn Rädigers Darstellung des Unfallhergangs in seinem Gutachten dargestellt hatte, insbesondere in Zusammenhang mit der Zeitspanne für eine Reparatur der Kupplung zwischen zwei Gästefahrten.

26.09. Auf telefonische Nachfrage erfahre ich von Herrn Spill, dass die Versicherung nicht entschieden hat, die telefonisch gegebene Kostenübernahmeerklärung auch schriftlich zu bestätigen, allerdings ohne Nennung von Gründen.

28.09. Ich schreibe an Frau Pirsch in der Zentrale der Generali Versicherung AG in München, informiere sie über die durch Herrn Petersen telefonisch gegebene Kostenübernahmeerklärung und bitte um eine schriftliche Bestätigung darüber.

29.09. In einem Schreiben teilt mir Herrn Spill ohne Nennung von Gründen mit, dass Herr Räbiger in dieser Angelegenheit keinen Versicherungsschutz hat und bittet mich, direkt mit Herrn Räbiger in Verbindung zu treten.

02.10. Nach vier Wochen hat die Werft die Arbeiten abgeschlossen und muß in Kürze bezahlt werden.

03.10. In einem Telefonat erklärt Herr Range, dass er glaubt, Herr Räbiger hätte keine gewerblichen Gästefahrten unternehmen dürfen und verspricht mir eine Kopie seines Gutachtens zu schicken, wenn die Versicherung damit einverstanden ist.

04.10. In einem Telefonat bestätigt Herrn Petersen praktisch, telefonisch am 25.08. eine Kostenübernahmeerklärung gegeben zu haben, erklärt aber, dass der Versicherungsschutz (anders als bei einer KFZ Haftpflicht, bei der die Versicherung in der Verantwortung bleibt) von Herrn Räbiger wegen der Gästefahrten erloschen sei. Ich dränge, dass die Generali Versicherung nach erklärter Kostenübernahme in der Pflicht sei, diese auch wirklich zu übernehmen und sich das Geld von Herrn Räbiger wiederzuholen. Er macht mir wenig Hoffnung, verspricht mir jedoch, mit Herrn Spill nochmal wegen dem Fall zu reden und mich über das Ergebnis zu informieren und rät mir, direkt mit Herrn Räbiger in Verbindung zu treten oder Kontakt zu einem Anwalt aufzunehmen.

10.10. Ich beauftrage den Rechtsanwalt Tay Eich meine rechtlichen Interessen gegen Herrn Räbiger wahrzunehmen. Dieser setzt Herrn Räbiger eine Zahlungsfrist.

17.10. In einem weiteren Schreiben teilt mir Herrn Spill mit, aufgrund einer erweiterten Stellungsnahme des Sachverständigen hätten sich neue Aspekte ergeben, die zu der negativen Entscheidung geführt hätten.

15.11. Mein Anwalt setzt Herrn Räbiger eine allerletzte Frist und droht damit, sonst unverzüglich gerichtliche Schritte einzuleiten. Bis heute redet sich die Gegenpartei - Rechtsanwalt Christian Ebsen des Unfallgegners - in mehreren Schreiben mit Ausflüchten heraus, sie warte immer noch auf eine positive Stellungsnahme der Versicherung zur Übernahme des Haftpflichtschadens.

23.12.05 Ich bekomme einen Anruf von meinem Anwalt, der mir mitteilt, dass die Versicherung sich endlich bereit erklärt hat, den Schaden und alle Anwaltskosten zu bezahlen.

 

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